Lieber Gast!
Diese Seite würde viel besser aussehen, wenn Sie einen den Internet-Standards entsprechenden Browser verwenden würden. Diese Seite ist aber extra so gestaltet, dass sie trotzdem ohne Update für jeden Browser und jede sonstige Zugangssoftware wie Braillezeilen oder ScreenReader zugänglich ist.

Springe auf dieser Seite direkt zum Inhalt, zur Unternavigation, zur Hauptnavigation
Dateistruktur: Home » Presse » Der Sonntag-Artikel: 'Das Auge isst nicht mit...'

Der Sonntag-Artikel: 'Das Auge isst nicht mit...'


Das Auge isst nicht mit...

Schwarzessen ist ein Abenteuer des Geschmacks - Ein Besuch in der Dunkel-Zille


In vielen Großstädten sind Dunkel-Bars längst etabliert, nun hat auch Freiburg sein "Schwarzessen": Ein Drei-Gänge-Menü in absoluter Dunkelheit, serviert von blinden Kellnern, dazu ein Hörkrimi der MordsDamen, bei dem auch Glibbriges zum Einsatz kommt - das gibt es nun freitags [Anm.d.Red.: inzwischen sonntags] in der Zille-Stube.


Bei Kerzenlicht und einem Glas Sekt werden den Gästen letzte Anweisungen gegeben: Handys, Zigaretten, selbst Uhren mit Leuchtzifferanzeigen sind verboten. "Ich weiß nicht, ob ich das durchstehe, mir ist plötzlich mulmig", bekennt eine junge Frau. Für den Wirt nichts Ungewöhnliches. "Bei jeder Vorstellung lässt sich der eine oder andere Gast zwischendurch raus führen, weil er wieder Licht sehen muss."
Die Speisekarte gibt es vorab. Nebulös umschreibt sie, was man später mit seinen Geschmacksnerven ohne Zuhilfenahme des Sehsinnes genießen soll: Weiches, Feste, Knackiges und leicht Süßliches als Vorspeise, grüne und weiße Begleiter zum Fleisch oder ein Fisch, den "Farbe und Geschmack zu einem der Beliebtesten seiner Art" machen. Und zum Nachtisch etwas Geschältes und Gewürfeltes, das in einem feinen Mantel eingepackt in der Röhre schmorte.
Dann geht's los. Kellnerin Katja lässt sich die Hand auf die Schulter legen, schiebt den schweren Vorhang zwischen Bar und Gaststube zur Seite und geht voran ins Stockdunkle. Ist das Angst? Der Puls jedenfalls klopft ungewohnt schnell. Der Weg durch den Raum scheint endlos, doch Katja und ihr ebenfalls blinder Kollege Patric führen jeden sicher an seinen Platz. Im Lauf des Abends werden die beiden das Mahl servieren, die Gläser füllen, zahllose Extra-Servietten ausgeben, die Gäste zur (beleuchteten) Toilette führen und ihnen auch sonst jeden Wunsch "von den Augen ablesen". Das funktioniert so gut, dass viele Komplimente verteilt werden. "Bei Licht würde ich mir diesen Job nie zutrauen", sagt Katja, die sonst als Telefonistin arbeitet und irgendwo im dunklen Nichts in der Nähe sein muss. Hier aber fühle sie sich sicher, sei den Sehenden sogar überlegen.
Zur Not helfen die Hände

Für diese heißt es nun, sorgsam die Servietten auszubreiten und mutig die Gabel zu fassen. Der Geschmackssinn erkennt eine Olive, eine Tomate, ein Salatblatt. Doch je leerer der Teller wird, desto schwieriger fällt das Aufspießen. Nimmt man eben - erst scheu, dann ganz ungeniert - die Hände zur Hilfe, sieht ja keiner. Stark und voll, intensiver als sonst schmeckt jeder Bissen. Das Dessert ist eine Offenbarung: So unfassbar süß nach Sommer hat noch keine Erdbeere geschmeckt, auf die man vorbereitet war.
Der Krimi in drei Akten, den die beiden MordsDamen Curry Dinse und Anne Grießer zwischendurch zum Besten geben betört den Hör- und fordert den Tastsinn heraus. Harmlos-heiter ist dieses erste Stück, das die MordsDamen extra für die DunkelZille geschrieben haben. "Wir haben mit etwas Leichtem angefangen, um zu testen, was wir den Gästen zumuten können", erklärt Curry Dinse und verspricht: "Der nächste Krimi wird gruseliger."

Aus "Der Sonntag" vom 1. Februar 2004, von Sigrun Rehm und Otto Schnekenburger



Zuletzt bearbeitet am 14.11.05 von lg

KuK: Sehen Sie das, was Sie nicht sehen!

 

 

Willkommen in der DunkelOase!

Auf den ersten Blick gibt es nicht viel zu sehen.

Doch über das, was Sie nicht sehen können, wollen wir Sie nicht im Dunklen lassen.

Machen Sie doch einfach das Licht an!

 

Sehende könne hier das Licht der Website anschalten

 b