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BZ-Artikel: 'Ganz bewusst im Dunkeln tappen'


Ganz bewusst im Dunkeln tappen
Angebote der DunkelOase

Es ist nichts weniger als ein Tabu-Bruch, was da auf Freiburg zukommen soll: Statt - wie üblich - blinde Menschen an die Welt der Sehenden anzupassen, sollen diese erleben können, dass die Nicht-Sehenden ihnen vieles voraushaben. "Was uns Sehenden fehlt", beobachtet Curry B. Dinse-Godard immer wieder, "das haben Blinde mit ihren anderen Fähigkeiten - zu hören, zu fühlen, zu riechen."

Dieses Erleben - nicht im Dunkeln zu tappen, sondern im Dunkel neu sehen zu lernen - will die 'DunkelOase' vermitteln, ein Verein, der ein bundesweit einmaliges Kunst- und Kulturzentrum für Blinde und Sehende in Freiburg plant. Nicht als Hirngespinst, sondern aus der Erfahrung der vergangenen beiden Jahre heraus. Seit 2003 gibt es in der Zille-Stube jeden Sonntag ein Dunkel-Dinner, begleitet von einem Hör- und Fühlkrimi der 'MordsDamen' . Ausverkauft jeden Sonntag. Für die Theaterpädagogin Curry B. Dinse-Godard ein eindeutiger Hinweis: "Die Leute sind daran interessiert, den Umgang mit der Blindheit zu lernen."
Das bestehende Angebot soll ausgebaut werden

Den hat auch Katja Reuter lernen müssen, die nur noch eine Sehstärke von zwei Prozent hat. "Jetzt mach' ich alles, was im Dunkeln anfällt." Servieren beim Essen im völlig dunklen Restaurant, zum Beispiel. Und demnächst, wenn's klappt, durch einen Dunkelgang führen. "Wir wollen mehr machen" , sagt die Telefonistin. Ein Kulturangebot, das die nicht visuellen Wahrnehmungen blinder Menschen zum Ausgangspunkt macht.

In einem Dunkel-Café zum Beispiel. Mit Theater, Musik, Tanz und Kunstausstellungen im Dunkeln. Bei Spaziergängen in der Natur mit verbundenen Augen und einem blinden Führer. Mit Angeboten für Schulklassen (Blindenschrift, Blindenführhund), ältere Menschen (um ihnen die Angst vor nachlassender Sehkraft zu nehmen) und Führungskräfte (Umgang mit Stress). Und eben auch in einem Fünf-Sinne-Erlebnisgang, in dem einem die Augen nicht weiterhelfen, mit denen Menschen etwa 80 Prozent ihrer Sinneseindrücke wahrnehmen.

"Das Dunkelerlebnis als ganz neues Erfahrungsfeld" - darum geht es Curry B. Dinse-Godard und den anderen Mitgliedern der 'Dunkel-Oase' . Einfach mal erleben, wie das ist: Sich von einem blinden Menschen führen zu lassen, die Welt ohne Augen wahrzunehmen, von den Vorzügen blinder Menschen zu profitieren, das eigene Leben ganz neu sehen zu lernen. "Erst durch den freiwilligen Verzicht auf optische Reize erleben wir, was die anderen Sinne tatsächlich leisten können, wenn wir sie nur fördern" , ist die Theaterpädagogin überzeugt.
Neue Arbeitsplätze sind ein Nebeneffekt der Dunkelerlebnisse

Falls es mit der Anschubfinanzierung klappen sollte - etwa 50 000 Euro und entsprechende Räume sind nötig - , soll es innerhalb des nächsten halben Jahres mit dieser Förderung losgehen, sollen ganz nebenbei Arbeitsplätze für sehbehinderte, blinde und sehende Menschen entstehen . Dass eine Neuorientierung im Dunkeln tatsächlich Befangenheit und Berührungsängste abbauen kann, hat Curry B. Dinse-Godard während der vergangenen beiden Jahre selbst erlebt. Und deshalb ist es für sie keine Frage, dass der Tabu--Bruch überfällig ist. Denn: "Für Sehende ist es eine große Bereicherung, in die Welt der Blinden einzutauchen und ihre besonderen Fähigkeiten kennen zu lernen."

Aus "Badische Zeitung" vom 2. Januar 2006, von Gerhard M. Kirk



Zuletzt bearbeitet am 2.01.06 von lg

KuK: Sehen Sie das, was Sie nicht sehen!

 

 

Willkommen in der DunkelOase!

Auf den ersten Blick gibt es nicht viel zu sehen.

Doch über das, was Sie nicht sehen können, wollen wir Sie nicht im Dunklen lassen.

Machen Sie doch einfach das Licht an!

 

Sehende könne hier das Licht der Website anschalten

 b