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Interview aus der Acher-Rench-Zeitung


Im Dunkelrestaurant vergisst man die Zeit

Zwei Blinde kümmern sich im Dunkelrestaurant des Landhotels 'Rebstock' um das Wohl der Gäste: die junge Mutter Katja Reuter aus Freiburg und der Rentner Lothar Baumann aus Lahr. Im Gespräch mit der ACHER-RENCH-ZEITUNG erzählten sie über ihre Erfahrungen beim Bedienen.
Wie kommen Sie dazu, im Dunkelrestaurant des Rebstocks zu arbeiten?
LOTHAR BAUMANN: Ich wurde von der Bezirksgruppe des Blindenvereins Südbaden angesprochen, ob ich Lust auf die Aktion habe. Natürlich hatte ich Lust. Aber das Bedienen war für mich Neuland. Ehrlich gesagt, war ich schon etwas aufgeregt. Aber es klappte gut.
KATJA REUTER: Ich habe bereits Erfahrungen gesammelt, weil ich seit der Eröffnung im Januar in der Freiburger DunkelZille arbeite.
Ist das auch ein Dunkelrestaurant?
REUTER: Ja, das erste in unserem Raum. Ich habe mich riesig gefreut, dass nun auch Freiburg auf den Geschmack gekommen ist. Mein zweiter Beruf als Telefonistin ist dagegen eintönig.
BAUMANN: Ich glaube, in Zürich gab es das erste Dunkelrestaurant. Später sind Köln, Berlin und München auf den Zug aufgesprungen.
Und überall bedienen Blinde?
REUTER: Nein, in vielen Restaurants bedienen Sehende mit Nachtsichtgeräten.
BAUMANN: Das geht am Sinn der Sache vorbei. Schließlich sollen die Gäste erfahren, wie es ist, blind zu sein.
Und wie ist es?
BAUMANN: Ich orientiere mich vor allen Dingen nach meinem Gehört. Wenn es aber so laut ist wie in vielen Lokalen, habe ich Schwierigkeiten.
Wirft man da nicht leicht ein Glas um?
BAUMANN: Das ist mir zum Glück noch nie passiert. Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt. Im Dunkelrestaurant läuft die Uhr anders.
REUTER: Ich kann nicht sagen, wie. Aber ich spüre, wo Teller oder Gläser stehen. Das geht ganz automatisch. Mir wurde schon gesagt "Sie haben Sensoren in den Fingern."
Die Gäste haben diese Sensoren wahrscheinlich nicht. Wie verkleckert sind die Tische nach einem Mahl im Dunkelrestaurant?
REUTER: Erstaunlicherweis sauberer als sonst. Ich glaube, die Gäste sind im Dunkeln sehr viel vorsichtiger. In der 'DunkelZille' ist es in den vergangenen zehn Monaten erst zweimal passiert, dass ein Glas umgefallen ist.

Aus der "Acher-Rench-Zeitung" von Silke Keil

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Zuletzt bearbeitet am 14.11.05 von lg

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